Mein Weg zur Stoffwindelberaterin

06.04.2019

Schon in der Schwangerschaft beschloss ich, dass unser zweites Kind mit Stoff gewickelt werden soll. Die Vorteile lagen für mich klar auf der Hand, weshalb ich schon früh begann, mich zu belesen. Immerhin wollte ich die perfekten Windeln für uns finden. Hoch motiviert durchforstete ich das Netz nach Infos rund um das Thema, bis sich Ernüchterung breit machte. AiO? Pocket? Höschenwindel? Mir rauchte der Kopf und es fühlte sich an, als sollte ich chinesisch lernen. So viel Auswahl an Systemen, Material, die große Frage des Waschmittels... es glich einer Wissenschaft, die man erst mal verstehen muss. Aus heutiger Sicht kann ich diese Überforderung nicht mehr nachvollziehen, ist es im Grunde doch so einfach. Doch damals schob ich den Laptop und damit auch das ganze Thema unzufrieden zur Seite.
Mein nächster Schritt waren diverse Facebookgruppen, die das Chaos in meinem Kopf nur noch größer machten. Jeder hat andere Vorlieben, jedes Kind ist anders gebaut und so gibt es natürlich auch kein passendes Patentrezept für alle. Bis ich das verstand, verging jedoch noch einige Zeit. Ich kaufte schließlich gebraucht kleine Höschenwindeln, Woll- und PUL Überhosen, jede Menge Mullwindeln und Mikrofasereinlagen - waren diese immerhin am günstigsten. Zur Sicherheit gab es noch ein paar Pockets dazu und ich stellte fest, dass man aufpassen muss was man kauft. Direkt zu Beginn erwischte ich billigste Chinawindeln, bei denen sich das PUL schon beim anfassen vom Rest löste und bezahlte dafür auch noch mehr, als sie neu gekostet hätten.
Unser Sohn kam schließlich als extrem kleiner Minizwerg 3 ganze Monate zu früh zur Welt, verbrachte die ersten Monate seines Lebens im Krankenhaus und wurde letztendlich mit dem Gewicht eines Neugeborenen entlassen. Da er sehr langsam wuchs und zu Hause erst mal abnahm bereute ich es, nicht in Newborn Windeln investiert zu haben. Die Höschenwindeln waren selbst mit eingelegtem Waschlappen zu groß und ergaben so auch noch ein riesiges Paket. Die Pockets schlossen allerdings nicht mal dicht ab; er war einfach zu schmal. Also nutzten wir die Höwis unzufrieden erst mal so weiter. Hätte ich damals schon gewusst, dass es Stoffwindelberater gibt, hätten diese mir sicherlich gezeigt, wie ich die Mullwindeln ganz einfach ideal für mein Kind falten kann. Das hätte das ganze Thema so so viel einfacher gemacht.
Im Laufe der Zeit zogen die Mikrofaser Einlagen aus und wurden durch Naturfasern, sowie Bambusviskose ersetzt. Meine absoluten Highlights sind mit Frottee ummantelte ZORB Stücke, Bambusviskose Prefolds und die langen Einlagen der Bamboolik Pockets. Auch die Höschenwindeln wurden verbannt, bzw. gegen andere eingetauscht und kommen nur noch nachts zum Einsatz. Ersetzt wurden sie anfangs durch diverse Pocketwindeln, mit denen ich auch lange Zeit sehr zufrieden war. Irgendwann nervten sie mich allerdings nur noch und ich testete diverse All in One Windeln, die unterschiedlich gut waren. Eine Marke hielt nie dicht, die andere war viel zu teuer, eine dritte passte nicht und als ich die Suche schon aufgeben wollte, stieß ich zufällig auf meine absoluten Lieblinge - Bamboolik Pockets mit Bambusviskose. Keine Mikrofaser mehr am Kinderpo, die zugehörigen Einlagen reichten lange Zeit ohne weitere Zusatzschicht aus und ganz wichtig, sie passen auch schmalen Kindern. Wir besitzen zwar auch noch ein paar andere Windelmarken, die ebenfalls regelmäßig genutzt werden, doch unsere Lieblinge sind und bleiben die Bamboolik.
Inzwischen bin ich selbst ausgebildete Stoffwindelberaterin und bin fasziniert von dem Wandel, der hinter uns liegt. Im Grunde haben wir alle Systeme und Materialien durchgetestet, blieben mal hier hängen und wechselten dort mal durch, bis wir das für uns perfekte System gefunden haben. Von den ersten Windeln besitzen wir kaum noch welche und ging es mir damals noch darum, dass sie doch bitte auch schön bunt sein sollen, liegt mein Hauptaugenmerk nun auf dem Material und dem Sitz am Kind. Natürlich ist es schön, wenn jede Windel ein anderes tolles Design hat, doch am Ende kommt es nun mal nicht aufs Aussehen an.


von Lena 

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